Protokoll der Mitgliederversammlung vom 29. Mai 2015

Dieter Tank eröffnete die gute besuchte Versammlung um 19:30 Uhr, an der auch Blenders Bürgermeister Rolf Thies und das Ratsmitglied Gerhard Winter teilnahmen. Die Tagesordnung enthielt diesmal lediglich 2 Punkte:

Wie geht es weiter mit der IG Blender See? (siehe auch VAZ vom 29.05.2015)

Soll die IG Blender See am Vereinsfest „Blender erleben“ am 27.06.2015 mit einem Stand oder sonstigen Aktivitäten teilnehmen?

zu: Wie geht es weiter mit der IG Blender See?

Dieter fasste in einem 1-stündigen Vortrag (siehe Anlage) noch einmal die Aktivitäten der IG Blender See seit der Gründung im Herbst 2012 bis zum Frühjahr 2014 zusammen. 18 Monate wurden an bis zu 9 Stellen im See und an den Zuflüssen Wasserproben gezogen, die im Klärwerk in Verden und Thedinghausen auf 9 Parameter analysiert, und durch Dieter bewertet wurden. An über 120 Stellen im Blender See wurden je 3 Bodenprofilmessungen vorgenommen und bewertet. Die IG Blender See besuchte mehrere Gemeinden im Norddeutschen Raum, die Sanierungen ihrer Gewässer vorgenommen hatten. Wir gewannen dadurch Erkenntnisse über die verwendeten Methoden und die Nachhaltigkeit der Massnahmen. Viele Mitglieder der IG Blender See machten sich über Seesanierungsmassnahmen fachlich fit, besuchten Gemeinden und Behörden, entnahmen Wasserproben und Schlammproben. Alle Tätigkeiten, Ergebnisse und unsere Bewertungen wurden detailliert auf www.blendersee.de veröffentlicht, können von Interessierten nachgelesen werden, und wurden ehrenamtlich ohne Kosten für die Gemeinde Blender erbracht.

Die Ergebnisse aller Recherchen und Bewertungen haben wir im Strategiepapier festgehalten, und führen in  Kurzfassung zum Ergebnis: der Blender See braucht Wasser von außen. Damit stehen wir konträr zu den Vorschlägen des NLWKN, der den Blender See abschotten möchte, keine Zuflüsse mehr in den See, alles was jetzt drin ist bleibt im See. Diees konträre Position wurde noch einmal Anfang 2015 in Thedinghausen mit dem Bürgermeister Rolf Thies, Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse und den von der Verwaltung eingeladenen Dr. Schirmer (ehemals Professor in Bremen) besprochen, der in keinem Punkt unseren Vorschlägen und Schlussfolgerungen widersprochen hat.

Von Frühjahr bis Sommer 2014 haben wir unser Strategiepapier der nachhaltigen Gesundung des Blender Sees der Verwaltung in Thedinghausen und dem Rat der Gemeinde Blender vorgestellt. Es wurde seitens des Rates der Gemeinde Blender der Beschluss gefasst, im Umfeld des Blender Sees noch Grundwasserproben vorzunehmen, da die von uns gezogenen Proben über Hausbrunnen kein einheitliches Ergebnis brachte, was auch damit zusammenhängen kann, dass wir kein Regelwerk über die Methode vorgegeben hatten (z.B. Wasserablauf vor der Probe, wie wurde der Standort des Brunnens früher genutzt, etc).

Dieter berichtete noch über einen Besuch von ihm und Ralf Heinemann am Morgen des 29.05.2015 in Thedinghausen bei Herrn Hesse und Frau Reinke. Dieter und Ralf wollten wissen, wie die Verwaltung den Entscheidungsstand in Sachen Blender See sieht. Am Ende des Gesprächs gingen beide in dem Bewusstsein, dass seit Sommer 2014 keine Aufgaben für die Verwaltung, geschweige denn Entscheidungen zur Gesundung des Blender Sees getroffen wurden, und für den Rest des Jahres wohl keine substantiellen Dinge erwartet werden dürfen.

Am Ende des Vortrags zog Dieter für sich die Konsequenzen, und kündigte auf der Versammlung seinen Rücktritt als Sprecher der IG Blender See an.

Danach übernahm Ralf Heinemann das Wort und stellte die Frage, was kann die IG Blender See noch tun?

Was die IG Blender See in den vergangenen 2 1/2 Jahren getan hat, wurde von Dieter zusammengefasst oder kann auf www.blendersee.de nachgelesen werden. Wir können substantiell nichts mehr liefern. Wir haben der Verwaltung und dem Rat der Gemeinde Blender eine umfassende Entscheidungsgrundlage über den Zustand des Blender Sees über einen Zeitraum von 18 Monaten kostenfrei geliefert, die auch von einem gewerblichen  Beratungsinstitut nicht anders oder besser hätte geliefert werden können. Unserem Strategiepapier, und damit unseren Vorschlägen für die Seegesundung muss man nicht folgen, auch wenn wir glauben, dass das der richtige Weg ist. Aber was wir erwarten können ist eine Entscheidung des Gemeinderats Blender.

Was hat die Verwaltung und der Rat der Gemeinde Blender seit Sommer letzten Jahres für die Gesundung des Blender Sees getan?

Aus unserer Sicht nichts! Es reicht einfach nicht, wenn wir vom Rat hören, dass er auch etwas für den See tun will. Ja was denn? Von verbalen Bekundungen wird der See nicht gesund. Entscheidungen und Massnahmen müssen her. Nach dem Gespräch mit der Verwaltung in Thedinghausen am 29.05.2015 haben wir nicht den Eindruck, dass Grundwasserproben noch in diesem Jahr durchgeführt werden können. Aber ohne das Ergebnis der Grundwasserproben kann es keine Massnahmen für den See geben.

Warum prüft man nicht, ob die vorhandenen Prüfbrunnen der Landwirtschaft und Feuerwehr genutzt werden können? Gibt es weitere Prüfbrunnen, die man nutzen kann?  Warum sind immer noch keine Beschlüsse da, was mit den Drainagen auf der Varster Seeseite passieren soll? Warum fällt man keinen Beschluss im Rat der Gemeinde Blender, dass ein Projekt „Sanierung Blender See“ aufgesetzt wird, benennt z.B. je eine Person aus Verwaltung/Rat, sucht eine fachlich qualifizierte Person mit befristetem Vertrag für 1 oder 2 Jahre, oder beteilgt auch die IG Blender See an der Projektgruppe? Warum kommen Mitglieder der IG Blender See auf solche kostengünstigen Lösungsmöglichkeiten, und nicht Mitglieder der Verwaltung oder aus der Politik? Weil wir uns kümmern und die Seesanierung wollen!

Die Sanierung des Erbhofs ist auch nicht vom Himmel gefallen. Da gab es jemand, der die Angelegenheit zu seiner Sache gemacht hat. Viele Gelder kamen über Drittmittel. Übrigens!!! Ohne ein fundiertes Projekt gibt nirgendswo Drittmittel! Diese Pressemitteilung zeigt, dass wieder Mittel ausgeschüttet werden. Aber wie gesagt: Ohne ein vorgelegtes fundiertes Projektpapier kommt auch nichts.

Sollte sich aus Verwaltung oder Politik keiner finden, der die Sanierung des Blender Sees zu seiner/ihrer Sache macht, dann sollte das auch öffentlich gesagt und gemacht werden.

Welche Berechtigung haben wir noch als IG Blender See, und wie geht es weiter?

Da wir nicht den Zugriff über finanzielle und personelle Entscheidung haben, liegt es auch nicht in unserer Hand, Massnahmen und Entscheidungen zur Gesundung des Blender Sees zu treffen. Wie im Absatz vorher ausgeführt, passierte auf der Entscheiderebene bisher nichts. Was können wir jetzt tun?

  1. Über die Presse Druck auf den Rat und die Verwaltung machen. Das würde zwangsläufig zu einer Konfrontation im Ort führen, die Dieter und Ralf und sicherlich viele Mitglieder der IG Blender See nicht wollen. Außerdem spricht das auch gegen unsere Präambel, nachzulesen unter www.blendersee.de/Home (Seitenende).
  2. Hoffen, dass auf der nächsten Ratssitzung der Gemeinde Blender Anfang Juli 2015 durch Beschlüsse zum Blender See eine veränderte Sichtweise des Gemeinderats erkennbar wird. Ralf hat den beiden anwesenden Ratsmitgliedern deutlich gemacht, dass die IG Blender See an diese Ratssitzung Erwartungen hat. Ansonsten müssten wir zur Kenntnis nehmen, dass Initiative und Engagement von Bürgern verbal begrüßt wird, dass Einfordern von Entscheidungen von Verwaltung und Politik aber stört. Das mindeste was die 540 Mitglieder der IG Blender See erwarten können, ist eine substantielle Ratsentscheidung, entweder gegen oder für Sanierungsmaßnahmen.
  3. Wenn keine substantiellen Entscheidungen seitens des Blender Gemeinderats getroffen werden, bliebe als letzte Möglichkeit, die IG Blender See aufzulösen.

Wir werden in der ersten Hälfte August 2015 erneut eine Mitgliederversammlung einberufen, um zu sehen, ob der Gemeinderat überhaupt, und wenn ja, welche er zur Seesanierungsbeschlüsse getroffen hat. Dann werden wir entscheiden wie, oder ob es mit der IG Blenderm See weitergeht.

Zu: Soll die IG Blender See am Vereinsfest „Blender erleben“ am 27.06.2015 mit einem Stand oder sonstigen Aktivitäten teilnehmen?

Die Versammlung war einstimmig der Auffassung, nicht als IG teilzunehmen.

Ralf Heinemann

Ein Gedanke zu „Protokoll der Mitgliederversammlung vom 29. Mai 2015

  1. SabineThoele

    Leider konnte ich nicht an der letzten Sitzung teilnehmen. Ich kann den Frust und die Enttäuschung von Dieter und Ralf sehr gut verstehen.Aber so kampflos aufgeben sollten wir dann doch nicht, dafür wurde zuviel Engagement und Herzblut reingesteckt. Vielleicht sollte man doch nochmal den Weg über die Öffentlichkeit wählen, nicht mit erhobenem Zeigefinger , sondern als kühlen Tatsachenbericht, so dass man nur zwischen den Zeilen herauslesen kann,dass die Politik das Problem aussitzen will, etwa nach dem Motto: Die Bürger haben ihren Part erledigt, jetzt ist die Politik dran.
    Vielleicht kann man so die Blenderaner aus der 2. und 3. Reihe auch wiederbeleben, die bisher ja auch gedacht haben, dass nur die direkten Seeanwohner interessiert sind.

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