Protokoll Treffen 10. März 2014 / Festlegung der Sanierungsmassnahmen

Anläßlich des Treffens am 10. März 2014 sollte von der Mitgliederversammlung festgelegt werden, welche Sanierungsmassnahmen für den Blender See die IG Blender See für notwenig, nachhaltig und sinnvoll erachtet. Die Grundlage hierfür bilden die monatlichen Wasseranalysen seit Dezember 2012 an 6 – 8 Stellen des Blender Sees, dem Sandfang und den zufließenden Gräben. Außerdem die im Sommer 2013 durchgeführten Bodenprofil- und Schlammdickenmessungen an mehr als 120 Messpunkten im See, und die Stichprobenuntersuchungen der Schlammproben auf Schwermetallbelastungen.

Alle Analysenergebnisse wurden unter www.blendersee.de veröffentlicht. Im Dezember 2013  wurden die Ergnisse mit der Samtgemeindeverwaltung, 2 Herren vom NLWKN Sulingen und dem Beratungsunternehmen Grün besprochen, denen unsere Auswertungen zur Verfügung gestellt wurden. Einhellige Auffassung  aller Teilnehmer war es, dass diese umfassenden Daten belastbar sind, und somit als Grundlage für Sanierungsmassnahmen des Blender Sees genutzt werden können. Konkrete Sanierungsvorschläge sollen am 20. März 2014 im gleichen Teilnehmerkreis besprochen werden.

Dieter Tank gab in der Versammlung am 10. März 2014 noch einmal einen kurzen Überblick über die Analyseergebnisse. So ist das zufließende Wasser der Gräben aus Seestedt in einer Qualität, die dem Blender See gut tut, heute jedoch Richtung Einste „umgeleitet“ wird. Die Wasserqualität zeugt davon, dass die landwirschaftlichen Betriebe in diesem Flächenbereich verantwortlich mit der Düngung der Felder umgehen.

Anders sieht es mit dem Wasser aus Richtung Varste aus. Nicht ohne Grund wurde an der Brücke zum Waldsee ein Wehr eingerichtet, um das stark mit Phophat und Stickstoffverbindungen belastete Wasser über einen Graben vor dem See in die Emte umzuleiteten. Ganz erstaunlich ist die Tatsache, dass die Messwerte für Amoniak bis  November,  Dezember und Januar stark ansteigen, um dann Ende Januar/Anfang Februar wieder abzufallen. Dieser Anstieg ist uns nicht erklärbar, denn die Wasserqualität aus den Feldern in den Varster See (Brücke bei Bösche) ist ähnlich gut wie das Wasser aus Seestedt. Das Wasser am Wehr ist weiterhin ganzjährig stark belastet. Das Wehr ist in jetzigem Zustand nicht in der Lage, das belastete Wasser vom Waldsse vollständig zurück zu halten.

Das Boden- und Schlammdickeprofil zeigt, dass die Verteilung des Schlamms im See unterschiedlich ist. Bei einer maximalen Seetiefe von 4,50 Meter beträgt die Schlammschicht bis zu 1,50 Meter, wobei 60 % des Schlamms mobil ist, also nicht als fester Schlamm oder sedimentiert am Boden liegt, und weg gespült werden könnte. Der feste als auch der mobile Schlamm liegt unter den Z1-Grenzwerten für Schwermetalle. Die untere Schlammschicht besteht primär aus anorganischem Material (Sand/Kies). Das Bodenprofil zeigt weiterhin, dass sich am Überlauf des Sees in die Emte und an den beiden oben beschriebenen Zuflüssen fast kein Schlamm befindet, obwohl der Wasserzufluss sehr gering ist. Das bedeutet, dass bereits geringe Mengen zufliessenden Wassers genügen, um diese Stellen schlammfrei zu halten.

Wenn die Sanierung nachhaltig sein soll, damit nicht immer wieder Sanierungen des Sees durchgeführt werden müssen, sei es durch Fällung oder Entschlammung, sind unseres Erachtens folgende Massnahmen am sinnvollsten.

Der See braucht zufließendes Wasser

Bei 30 Liter/Sekunde Überlauf des Sees in die Emte würde sich die Wassermenge des Sees  in ca. 2 Monaten erneuern. Der Zufuss aus den Gräben Richtung Seestedt sollte nicht mehr in Richtung Einste „umgeleitet“ werden, sondern wieder dem Blender See zugeführt werden. Das gleiche gilt für den Zufluss über den Varster See/Waldsee in den Blender See nach Beseitung der Problemeinträge. Es sollte geprüft werden, wie weit das „Einzugsgebiet“ gehen kann, und ob gegebenenfalls auch in Oiste am Schöpfwerk eine Umkehrung (Wasser aus der Weser in den Zuführungsgraben) oder an anderer Stelle vorgenommen werden kann.

Der Schlamm im See muss raus

Der mobile Schlamm wird durch anaerobe Zersetzung in den Sommermonaten wieder Phodphat freisetzen, und damit das Algenwachstum beschleunigen Nur wenn der Schlamm mit den Schadstoffen entfernt wird, ist eine zukünftige Selbstreinigung des Sees durch zufließendes Wasser gewährleistet. Die mobilen Bestandteile könnten weitestgehend ausgespült werden. Die Schlammentnahme sollte in einer geringen Testmenge (50 m³) probeweise vorgenommen, und auf einer Fläche am See deponiert werden. Damit kann man Erfahrungen und Daten über Pumpentechnik, Absatzverhalten des Schlammes und die durchschnittliche Schwermetallbelastung sammeln. Diese Ergebnisse erleichtern auch eine  Entscheidung über eine eventuell spätere Entschlammung des Sees.

Informationen und Aufklärung der Seeanrainer

Die Sanierungsmassnahme sollte durch Informationen an Anliegern und Anrainern von Zuflüssen begleiten werden,  sowie das Problembewusstsein für das Verhalten gegenüber dem Blender See stärken.

Die Mitglieder beauftragten Dieter Tank und Ralf Heinemann mit dieser Zielsetzung in die Gespräche am 20. März 2014 zu gehen.

Ralf Heinemann berichtete am Ende der Versammlung über den Besuch von Dieter und Ralf am 6. März 2014 beim Kämmerer in Thedinghausen. Beide informierten sich über die Haushaltslage der Gemeinde Blender. Leider sind die Anfang 2010 noch üppig vohandenen Rücklagen (ca. 860.000 €) der Gemeinde Blender heute fast aufgebraucht. Der Haushaltsentwurf sieht für Ende 2014 im günstigsten Fall noch eine Liquiditätsrücklage von 168.000 € vor. Die Gemeinde Blender hat keine Schulden.

Finanzmittel von Dritten (EU, Land Niedersachsen, Sonstige) können wir für die Sanierung des Blender Sees nur bekommen, wenn die Gemeinde Blender selbst Mittel zur Verfügung stellt. Die Mandatsträger des Gemeinderats können durch Haushaltsdisziplin in 2014 und Bereitstellung von Mitteln für 2015 dokumentieren, wie ernst Ihnen wirklich die Sanierung des Blender Sees ist.

Dieter Tank / Ralf Heinemann

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