Protokoll und Bewertung des Gesprächs im kleinen Arbeitskreis Blender See am 20. März 2014

Teilnehmer: Hans-Heinrich Schuster, NLWKN Sulingen; Richard Zorn, Landkreis Verden; Thomas Arkenau, Landkreis Verden; Johannes Köhler, Planungsgruppe Grün; Gemeindedirektor Gerd Schröder; Christiane Reinke, Bauamt; Dieter Tank, IG Blender See; Ralf Heinemann, IG Blender See;

Ziel der Veranstaltung am 20. März war es, die anlässlich des Treffens im Februar 2014 vorgetragenen Messergebnisse der letzten 14 Monate zu interpretieren, zu bewerten, und daraus Sanierungsvorschläge zu erstellen. Die Sanierungsvorstellungen der IG Blender See haben wir in einem Strategiepapier dargestellt und den Anwesenden überreicht.

Strategiepapier Sanierung IG Blender See

Unser Sanierungsvorschlag basiert auf dem Zufluss von Wasser in den See, das besser ist, als die Qualität des Seewassers. Damit wollen wir erreichen, dass die mobile obere Schlammschicht aus dem See ausgetragen wird, besseres Wasser dem See zugeführt wird, und ein nachhaltiger kontinuierlicher Effekt entsteht. Der Austrag des mobilen Schlamms wird dadurch belegt, das bei den bisherigen Zuflüssen (vom Waldsee und Glockenkuhle) kaum oder keine Schlammablagerungen vorhanden sind, obwohl der Zufluss sehr gering war/ist. Wir verbessern also das Wasser des Sees dadurch, dass besseres Wasser zufließt, und die mobile Masse im See weniger wird, was weniger anaerobes Phosphat freisetzt, und zur Verringerung des Algenwachstums in den warmen Monaten führt.

Je mehr Wasserzufluss zum See, um so besser für den See. Die Messungen der Wasserquailtät vom Blender Hauptgraben waren bis auf einen Monat immer besser als das Seewasser. Auch das Wasser, was über den kleinen Graben in den Varster See fließt, entsprach der des Blender Hauptgrabens. Auf Basis dieser Erkenntnisse muss darüber nachgedacht werden, wie wieder mehr Wasser aus Varste bis Einste in den Blender See fließen kann. Möglichkeiten bieten sich an, das Wasser in Seestedt nicht mehr Richtung Einste in die Emte abzuführen, sondern über die Verbindung über den Blender Hauptgraben. In Oiste hinter der Kurve nach Magelsen gibt es ein kleines Hebewerk, das Wasser aus den Gräben bei Bedarf in die Weser pumpt. Warum geht das nicht auch umgekehrt? Näheres dazu in der Anlage „Strategiepapier“.

Wir haben Herrn Zorn vom LK Verden gefragt, warum der Landkreis akzeptiert, dass das Wasser im Zufluß zum Varster See so sehr viel besser ist als beim Abfluß aus dem Waldsee, wo Werte gemessen werden, die eine Weiterleitung in die Emte eigentlich verbieten (bis vor einem Jahr lief das alles in den Blender See). Herr Zorn erklärte uns, dass er auf Grund einer anonymen Anzeige der Sache nachgegangen sei. Der Augenschein habe bei der Begehung nichts Auffälliges ergeben, und eine Überprüfung des Grundwassers bei den Güllebehältern (Bohrung kleiner Testbrunnen) sei wirtschaftlich nicht vertretbar.

Herr Schuster vom NLWKN bezweifelt jetzt die statistische Zuverlässigkeit der Wasserproben, z.B. am Einfluss vom Blender Hauptgraben in den Blender See. Wir hätten vielleicht immer an den Tagen die Proben gezogen, wo das Wasser gerade gut gewesen sei. Für einen Mathematiker sind das Aussagen, die bei der Vielzahl der gezogenen Proben konträr zur statistischen Wahrscheinlichkeit stehen. Herr Schuster vertritt die Auffassung, alle Zuflüsse zum Blender See zu unterbinden. Hier stellt sich die Frage, warum wir überhaupt Wasserproben und Schlammproben gezogen haben.

Im Laufe des Gesprächs kam die Frage auf, was denn überhaupt mit dem Blender See geschehen solle, ob nur die Badestelle saniert werden soll, ob eine Teilentschlammung stattfinden soll, oder die Algenblüte mit Chemikalien bekämpft werden soll. Das Thema „Kosten“ spielte überhaupt keine Rolle.

Die IG Blender See will eine nachhaltige Lösung. Dazu ist es notwendig, dem Blender See Wasser zuzuführen. Möglichkeiten hierfür gibt es. Es sind Gespräche mit den betroffenen öffentlichen Trägern und Verbänden zu führen, die ebenfalls Entscheidungen treffen müssen. Lediglich eine Entschlammung und chemische Behandung des Blender Sees ist nicht nachhaltig, und muss immer wieder durchgeführt werden. Das kann man an vielen Beispielen sehen, z.B Otternstedter See oder Bederkesaer See.

Die Runde hat sich vertagt auf Mitte Mai 2014. Dann wollen die Verwaltung und das Büro Grün Vorschläge vorstellen.

Ralf Heinemann

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